dynamische Aufstellungen

Worum geht es: Systemische + individuelle Stärkung

Dynamische Aufstellungen sind eine Weiterentwicklung von klassischen Familienaufstellungen. Im Wesentlichen geht es um die Frage: Wo bin ich im Fluss und wo fühle ich mich gehindert, gebremst, ausgeschlossen. In den Aufstellungen betrachtet werden die Betroffenen und meist eines der dazugehörigen Beziehungssysteme. Das Beziehungssystem kann die Familie des Elternhauses sein, oder die jetzige Familie, der Partner oder Vorgesetzte und Kollegen, juristische Partner und Freunde, Ehemalige und Verstorbene...
Dynamische Aufstellung sind prozessorientiert, also sie folgen dem was gerade ist. Das Wort dynamisch weist auf die Richtung der Lösung hin, es geht um die Kraft aus dem Innen heraus.
Aus den Erfahrungen von mehr als einem Jahrzehnt in klassischen Familien- und Strukturaufstellungen habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass es meist nicht ausreicht, für Betroffene eine Ordnung in den Systemen oder den Liebesfluss zu fördern. Angekommen in ihrer Wirklichkeit stellt sich den Klienten eine kontroverse Wahrnehmung von ihrer Realität und den Energiebilder einer Aufstellungen dar. Systemische Klärung bedeutet noch nicht eine persönliche Klärung oder Erkenntnis erreicht zu haben. Meist bleibt der eigene Verantwortungsbereich des Betroffenen und das darin enthaltenen immense Potential im Dunkeln. Es gibt eine beachtliche Erwartungshaltung, die die Lösung eines Konflikts auf die 'magische' Wirkungsweise einer Aufstellung verschieben möchte.

Dynamische Aufstellungen nutzen die systemische und individuelle Wirkung von Energiebildern und bieten Betrofffenen gleichzeitig praktische und erfolgreiche Arbeitsweisen an. Der dynamische Ansatz beruht auf Methoden und Erkenntnissen kurzzeittherapeutischer Interventionen. Neben einem grossen Arbeitsfeld der Ressourcierung und Intergration fragmentierter Anteile werden folgende 2 Energiepotentiale in den Fokus der Arbeit gestellt:
'Ich habe eine Wahl'
'Ich selbst bin der hauptverantwortliche Regisseur meiner Wirklichkeit'.

Nun wirkt diese fundamentale Erkenntnis und Entdeckung-

Die 3 A's: Authentizität, Autonomie, Achtsamkeit

Um die fantastische Freiheit, den Reigen an Möglichkeiten wirklich und bewusst erfahren zu können und zu leben! dazu braucht ein jeder den echten ungefilterten Kontakt zu sich selbst, dafür steht der Begriff der Authentizität. Es geht auch um die Erkenntnis, dass wir als Erwachsene eingebunden sind in diverse Systeme und dabei gleichzeitig ein Grundrecht auf Individualität und Unantastbarkeit haben, kurz Autonomie. Zu den wesentlichen Erfahrung eines Menschens gehören Gefühle, sie bedeuten Leben und Lebendigkeit. Gefühle zu erleben ohne in in sie abzugleiten oder von ihnen 'eingenommen' zu werden ist eine wesentliche Voraussetzung für die Präsenzerfahrung im 'Hier und Jetzt'. Ein anderes Wort für emotionale Präsenz ist Achtsamkeit. Authentizität, Autonomie und Achtsamkeit bedeuten einen ganz wesenlichen Schlüssel in unserer persönlichen und spirituellen Klärung: wer bin ich und was ist meine Aufgabe, meine Vision.
Dynamische Aufstellungen stehen für mich daher in der Gleichrangigkeit von systemischer Klärung und Stärkung von Authentizität, Autonomie und Achtsamkeit. Diese kraftvolle Arbeit wirkt heilsam auf allen Ebenen, sie fördert den Liebesfluss und motiviert jeden, verantwortlich sein eigenes Leben anzu nehmen und so zu seinem eigenen liebevollen 'Lebensschöpfer' zu werden.
Mit der dynamischen Aufstellung- und Klärungsarbeit wird die Basis dafür geschaffen, Polaritäten zu überwinden, Verantwortlichkeit als Lebensgeschenk anzunehmen und sich in das Leben mit Herz, Spirit und Verstand kraftvoll einzuladen.

Ursprung: Klassische Aufstellungsformate

Das klassische Familien-Stellen nach Hellinger ist eine Weiterentwicklung der Skulpturarbeit von Virginia Satir und eine Variation innerhalb der systemischen Aufstellung (Nagy u.a.). Die Aufstellungsmethode nach Hellinger ist das Ergebnis eines phänomenologischen Erkenntnisweges seitens Hellingers, beruhend auf der Basis der phänomenologischen Wahrnehmungs- und Vorgangsweise mit Anerkennung wichtiger systemischer Grundprinzipien.

Kern der Aufstellungsmethodik ist, dass Mitglieder der Familie, durch Stellvertreter repräsentiert, im Raum platziert und somit miteinander in Beziehung gebracht werden.
Wesentliche Formen sind Aufstellungen mit der Gegenwartsfamilie und Aufstellungen mit der Herkunftsfamilie. Meist werden die Aufstellungen in einer verdichtete Weise durchgeführt. Hierbei werden nicht sogleich alle Mitglieder eines Systems aufgestellt, sondern nur wenige Stellvertreter benannt und aufgestellt, die als direkt dem Anliegen zugehörig identifiziert werden (zum Beispiel eine Mutter und ihr Sohn).
Weitere bedeutende Formen in der Systemaufstellung sind Strukturaufstellungen und Organisationsaufstellungen (v. Kibéd, Sarrer, Grochowiak u.w.). Diese Aufstellungsformate stehen in der Tradition des konstruktivistischen Ansatzes in der systemischen Arbeit und sind mit der phänomenologischen Wahrnehmungsweise verknüpft worden.
Allen Aufstellungen gemeinsam ist, dass die Stellvertreter anfangs sich überlassen werden und Gefühle und Impulse ans Licht kommen, doch ohne dass die Stellvertreter dabei etwas sagen (klassische FA). Die Lösung (Lösungsbild einer Aufstellung) wird mit den Impulsen der Repräsentanten und Interventionen des Leiters (auf Basis phänomenologischer und systemischer Erkenntnisse) gefunden.

In der Literatur wird von einigen Leitern aus der ersten Generation der Aufstellungsszene (ab 1980) zwischen dem Familienstellen und der Familienaufstellung unterschieden. Das Familienstellen bedeutet hier eine starke Interventionsmethode seitens des Leiters. Hierbei werden alle Stellvertreter vom Leiter selber im Laufe der Aufstellung zu einzelnen Plätzen geführt und die Wirkung überprüft. So wird nach und nach das Lösungsbild "gestellt". Alle Stellvertreter sind gesammelt und äußern bzw. bewegen sich nur nach Aufforderung durch den Leiter.

Die klassische Familienaufstellung (systemisch-phänomenologisch) dagegen ermöglicht den Stellvertretern einen mehr oder weniger großen Freiraum in ihrem Ausdruck. Von gesammelten, den Impulsen folgenden Bewegungen bis hin zu freien, prozesshaftes Bewegen reicht die Bandbreite. Auch die Stellvertreter erhalten je nach Leiterauffassung und Wurzel seiner Ausbildung Möglichkeit zu expressivem Gefühls- und Körperausdruck (ohne diesen total auszuagieren) sowie spontane Dialoge oder Äußerungen innerhalb eines Rahmens des Respektes, der Achtsamkeit und einer größtmöglichen Bewusstheit. Im klassischen Aufstellungen ist dagegen ein Bedrängen anderer Teilnehmer sei es körperlich, verbal oder in Form von Gesten oder Mimik ist meistens nicht gestattet.

Mittlerweile gibt es weiter eine beachtliche Vielzahl von sich neu entwickelten Variationen, Gegenmodellen, teils mit abweichender Aufstellungsgrammatik. Bei allen Unterschieden, die Hauptwurzeln werden weiterhin gespeist aus Erkenntnissen von Virginia Satir und ihrer Skulpturarbeit, von dem systemisch-konstruktivistischen Ansatz der Systemtheorie sowie von der phänomenologischen Wahrnehmungsweise. Allen gemeinsam ist die Annahme, dass jedes Individuum eingebettet in Systemen ist und dass es eine Wechselbeziehung zwischen Indiviuum und System gibt.
Jedes menschliche Wesen hat eine paradoxe Beziehung zwischen Systemzugehörigkeit und Individualisierung, zwischen parteiisch und objektiv sein. Sein willentliches Streben mag einer individuellen Perspektive folgen, sein Dasein erfüllt sich im System.